Aktien als Geldanlage - häufige Irrtümer zahlreicher Anleger

Aktien haben in Deutschland, Österreich und der Schweiz bei vielen Anlegern keinen guten Ruf. Oftmals werden die Wertpapiere mit höheren Verlusten in Verbindung gebracht, sodass die Anzahl der Anleger, die sich im DACH Raum für Aktien entscheiden, im internationalen Vergleich relativ gering ist. In dem Zusammenhang stellt sich natürlich die Frage, was die Gründe für die breite Skepsis gegenüber den Wertpapieren ist, die von Aktiengesellschaft emittiert werden. Nicht selten sind es falsche Annahmen und Irrtümer, denn eigentlich sind Aktien sowohl eine rentable als auch auf lange Sicht flexible und keine allzu risikoreiche Anlageform.

Aktien-Investment wird häufig von Anlegern falsch eingeschätzt

Dass Aktien insbesondere in Deutschland nicht besonders beliebt sind, hängt unter anderem mit dem hohen Sicherheitsbedürfnis der Kunden zusammen. Damit ist auch zu erklären, dass trotz der Niedrigzinsphase Anlageformen wie das Sparbuch, das Tagesgeldkonto oder auch Festgelder sich einer großen Beliebtheit trotz niedriger Zinsen erfreuen. Aktien hingegen werden von vielen Kunden als riskant angesehen und kommen daher für ein langfristiges Investment nicht infrage. Dennoch gibt es einige Fehleinschätzungen und auch Irrtümer, denen wir in unserem Beitrag auf die Spur kommen möchten.

Irrtum Nummer 1: mit Aktien lassen sich kaum Gewinne erzielen

Die fehlerhafte Einschätzung bezüglich Aktien beginnt bei vielen Anlegern schon damit, dass die Wertpapiere in Verbindung mit eher geringen Gewinnen oder sogar Verlusten gebracht werden. Viele Kunden hören in den Medien anscheinend nur von Verlusten oder dass die Aktienkurse wieder einmal gesunken sind. Dabei ist im Grunde genau das Gegenteil der Fall: Aktien zählen zu den rentabelsten Anlageformen überhaupt, wenn man sich einmal die durchschnittliche Kursentwicklung der letzten 10, 20 oder 30 Jahre betrachtet. Untersuchungen zeigen, dass Aktien eine durchschnittliche Jahresrendite zwischen sieben bis acht Prozent erzielen.

Allerdings: Es kommt bei der Rendite natürlich in hohem Maße darauf an, für welchen Aktienwert sich die Anleger im Detail entscheiden. Darüber hinaus spielt die Anlagedauer ebenfalls eine wichtige Rolle. Ein gutes Beispiel liefern in dem Zusammenhang DAX-Aktien. Erst vor einiger Zeit stellte sich heraus, dass Anleger in keinem der bisherigen 12-Jahreszeiträume einen Verlust erlitten haben, wenn sie in DAX-Werte investiert waren. Mehr noch: Die jährliche Durchschnittsrendite der DAX-Aktien betrug in den vergangenen gut 30 Jahren etwa acht Prozent. Dies spiegelt durchaus die Gewinne wider, die sich mit einem langen Anlagehorizont auch bei vielen anderen Aktientiteln aus anderen Ländern erzielen ließen.

Fazit
Aktien sind eine sehr rentabel und gewinnbringende Anlageform.

Irrtum Nummer 2: Aktien weisen ein sehr hohes Risiko auf

Der Hauptgrund für viele Anleger, die ein Investment in Aktien vermeiden, ist nicht die angeblich geringe Rendite. Vielmehr werden Aktienwerte häufig mit einem sehr hohen Risiko in Verbindung gebracht. Diese Annahme ist nicht komplett falsch, allerdings sollte unbedingt differenziert werden. Prinzipiell ist es natürlich so, dass Aktien - beispielsweise im Vergleich zu Fest- oder Tagesgeldern - das Risiko eines Totalverlustes beinhalten. Würde die entsprechende Aktiengesellschaft also Insolvenz anmelden müssen, könnte es passieren, dass die Wertpapiere nahezu wertlos werden und der Anleger sein gesamtes investiertes Kapital verliert. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass ein solcher Totalverlust bei vielen Aktien sehr unwahrscheinlich ist. Dies trifft insbesondere auf Standardaktien zu, wie zum Beispiel auf die 30 im Deutschen Aktienindex vertretenen Aktienwerte. Auszuschließen ist ein Totalverlust nach einer Insolvenz zwar auch bei diesen Aktienwerten nicht, aber er gilt als äußerst unwahrscheinlich.

Um die Frage nach dem Risiko einer Aktienanlage zu beantworten, muss - wie zuvor bereits bei der Rendite - ebenfalls ein Blick auf den Anlagehorizont geworfen werden. Die Sicherheit der Aktientitel steigt definitiv mit fortschreitender Anlagedauer. Das bedeutet: Wenn die Haltedauer beispielsweise lediglich ein bis zwei Jahre beträgt, ist das Risiko von Verlusten deutlich höher, als wenn Sie die Aktientitel zum Beispiel bereits zehn Jahre im Depot haben. Zudem kommt es bei der Sicherheit natürlich sehr darauf an, für welche Aktie Sie sich im Detail entscheiden. Sie haben mit einer Diversifikation zudem eine sehr gute Möglichkeit, das Risiko zu streuen und damit die Gefahr von Verlusten zu verringern.

  • Im Überblick sind es die folgenden Einflussfaktoren, die sich zum Teil erheblich auf Sicherheit bzw. das Risiko einer Aktienanlage auswirken können:
  • Anlagehorizont / Haltedauer
  • Aktientitel (Standard- oder Nebenwerte)
  • Diversifikation
Fazit
Das Risiko bei einer Aktienanlage hängt maßgeblich von der Anlagedauer und der Wahl des Aktien ab. Vor allem bei den großen Standardwerten besteht ab einer Haltedauer von mindestens zehn Jahren nur ein relativ geringes Risiko, dass Anleger Verluste oder gar einen Totalverlust erleiden. 

Irrtum Nummer 3: Aktien eignen sich nicht zur Altersvorsorge

Dass sich Aktien nicht zur Altersvorsorge eignen, ist ein durchaus weit verbreiteter Irrtum. Das genau das Gegenteil der Fall ist, zeigen einige Länder, wie zum Beispiel Schweden oder die Vereinigten Staaten. Dort sind Aktien teilweise sogar ein fester Bestandteil der gesetzlichen Rentenvorsorge. Aber auch ohne diesen Blick in andere Länder lässt sich aufgrund der Eigenschaften der Aktien sehr gut belegen, dass diese Wertpapiere bestens zum langfristigen Vermögensaufbau und damit auch zur Altersvorsorge geeignet sind. 

Zum einen ist die Rendite der Wertpapiere überdurchschnittlich gut, sodass beispielsweise im Rentenalter eine hohe Kapitalsumme zur Verfügung stehen kann. Zum andern ist - wie im vorherigen Abschnitt erwähnt - das Risiko bei einem sehr langfristigen Investment und einer guten Auswahl von Aktien vergleichsweise gering. Zudem ist das Kapital jederzeit verfügbar und die Aktienanlage gilt als sehr flexibel. Daher sind Aktien eigentlich sogar eine ideale Altersvorsorge, die viel zu selten genutzt wird.

Der einzige Wermutstropfen besteht im Prinzip darin, dass Aktien zur Altersvorsorge bisher vom Staat in keiner Weise gefördert werden. So sind beispielsweise Aktiensparpläne im Gegensatz zu Banksparplänen, Bausparverträgen und ETF- Sparplänen nicht riesterfähig. Dies sollte seitens der Regierung dringend geändert werden, denn dann könnten beispielsweise auch interessierte Riester-Sparer sich für Aktiensparpläne und somit für eine regelmäßige Anlage in Aktien entscheiden.

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